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Baugeschichte

MUSEUMSVEREIN
FESTUNG KNIEPASS – UNKEN

Kalchofengut in Unken, Baugeschichte

Unken Kalchofengut Baugeschichte
1.Bauabschnitt
Der Mitterpinzgauer Einhof mit Wohn- und Wirtschaftsgebäude unter einem Dach, wird vor 1500 errichtet. Die Besiedlung der Gegend von Unken erfolgt von 1000 bis 1200. (Der Kleinweiler Boden mit dem Kalchofengut dürfte der Kern der Besiedlung der Unkener Saalchtalweitung sein.)
Das Wohngebäude, außer dem rechten Raum, und das Wirtschaftsgebäude mit den Stallung und der Scheune sind gezimmerte Blockbauten. Der rechtsseitige Raum ist gemauert. Die „Rauchstube“ mit Gewölbe und offener Feuerstelle vereint Küche und Stube. Die die Konglomeratlaibung der Flurtür ist noch erhalten. Offen ist die zeitliche Zuordnung der Fensterlaibungen aus rotem Marmor und aus Konglomerat. (Die Verwendung von Marmor und die anderen Maße der Fensterleibungen als die der Stube schließen eine frühere Zuordnung nicht aus.)

L. Hohenwarter

2. Bauabschnitt
Im 17. Jhd. werden das Wohn- und das Wirtschaftshaus außer der Rauchstube neu gebaut. Das Erdgeschoss des Wohnteils und die Stallungen sind gemauert, jedoch mit geringerer Wandstärke als bei der alten Rauchstube. Das Erdgeschoss wird um eine Balkenbreite erhöht und mit einem Gewölbe versehen. (Heute linksseitig im Flur erkennbar, Teile der Gewölbestützmauer bei der Stiege erhalten). Linksseitig werden eine Stube mit Tramdecke und eine Rauchküche mit Gewölbe errichtet sowie rechtsseitig ein Raum als Milchkammer angefügt. Nahe am Flur werden zwei Kamine aufgestellt, rechts ist die vormalige Rauchstube heizbar und linksseitig entweicht der Rauch nicht nur von der offenen Feuerstelle der Rauchküche, sondern auch vom Ofen in der neuen Stube. Die seitliche Flurstiege weist auf ein Obergeschosses und dem Dachraums hin, die darunter liegende Stiege auf einen Keller. Die Steinlaibungen des Haustors und der Fenster des Erdschosses bestehen aus Konglomerat (Fellnerbruch) bzw. Rotem Adneter Marmor (Perchtbruch Heutal) .


3. Bauabschnitt
Zu Beginn des 18 Jh. (Brand 1699, s.Firstpfette) wird das Flurgewölbe durch eine Tramdecke ersetzt.
Gegen Ende des 19. Jh. werden im Obergeschoss anstelle der vorherigen mit Schuber, verschließbaren Lichtluken vergitterte Fensterstöcke mit je zwei drehbaren Flügeln eingesetzt. (Rechtsseitig ist eine verschlossene Lichtluke erkennbar.)
Zeitlich gesichert ist die Einleitung des elektrischen Lichts zu Beginn des 19. Jh. Bis zum II. Weltkrieg ist im Obergeschoss der rechte hintere Raum Getreidekasten. (Die Verbindungstür von der Scheune ist jetzt innen vermauert.) Im Obergeschoss werden einige Fensterstöcke durch besser schließende ersetzt und bei zwei Kammern im die Türstöcke erhöht.

Das gegenwärtige Gefüge des Kalchofengutes entspricht in den wesentlichen Elementen dem des 17. Jh.
Kalchofengut Unken
Kalchofengut Sommer 2007

Das Kalchofengut (Unken 25) ist ein Zulehen zum Perchtgut (Unken 26). Dies sichert nach dem II. Weltkrieg den Erhalt des Altbestandes, währenddessen in Unken nahezu alle anderen Höfe umgebaut werden.

Eigentümer des Kalchofengutes
Laut erzbischöflichem Urbar, angelegt 1498, hatte Wolfganus de Kalchofen das Gut Kalchofen und die dazugehörigen Felder und die Mahd „inne“. 1522 verkauft Adam Schweinböck aus Reichenhall drei Güter, das Kreppergut (Schmiedrupp), das Kalchofengut und das Oberstadlergut (Lutz) an die Kirche St. Jakob, die jetzt auch Eigentümer von Gütern ist. (Bis 1848 Grundherrschaft Eigentümer, Grundholde Besitzer.) Im Waldbuch 1529 ist ein „Kalkofengut“ vermerkt. 1576 erwirbt Blasius Geißler das Gut.1601 kauft der „Leyrer am Rain“ das Anwesen, das er 1654 an Christian Percht weitergibt. Bis2009 h gehörte das Kalchofengut zum „Erbhof“ Perchtgut, Eigentümer waren Katharina und Walter Haider.2009 erwirbt durch Kauf (EUR 150.000) der Museumsverein die Liegenschaft (rd. 1.000 qm


Die letzten Bewohner bis 1972 bzw. 1985 (nach Waldemar Haider)
+Matthias und Therese Windl bewohnten im Erdgeschoss die Stube und im Obergeschoss darüber die vordere linke Kammer, +Nikolaus und Maria Leitinger im Erdgeschoss die Küche und im Obergeschoss darüber die linke hintere Kammer,
+Jakob und Katharina Stockklausner im Erdgeschoss die rechte vordere und die rechte hintere Kammer und
+Andreas und Katharina Hutter im Obergeschoss die rechte vordere und die rechte hintere Kammer.
Für das neue Dach waren Euro 33.000 erforderlich, davon stellen zur Verfügung: Land 16.000, Propter Homines, Vaduz 15.000, und Region Unteres Saalachtal 2.000.
Noch fehlen ein Wasser- und ein Kanalanschluss. Finanzierung noch offen Der Scheunenboden wird noch im Frühjahr zur Gänze erneuert, beim Stallboden wird nur die Betondecke gelegt, im neuen Büro beide auch der Holzboden. Das Büro war die Laubhütte ohne Fenster.




Prof. Josef Leitinger Frühjahr 2009