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Museumsführer Heimathaus Kalchofengut

Museumsführer Heimathaus Kalchofengut

Kurzer zeitlicher Abriss des Museums

Mag. Helmut Adler, Tierarzt im unteren Saalachtal, richtet in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jhd. im Kalchofengut, ein Heimatmuseum ein. Gleichsam knapp vor Zwölf konnte er das Sammelgut sichern. Den gegenwärtigen Bestand verdanken wir zum allergrößten Teil ihm.
2004 wird Prof. Mag. Josef Leitinger Obmann. Das Erbe Adlers zu pflegen gilt ihm als seine wichtigste Aufgabe. Im selben Jahr setzt der neue Vorstand nordseitig vom Hof die „Helmut- Adler- Linde“ in Verehrung des Museumsgründers.

2005 werden die Scheune, der Dachboden und der Stall von minderem Sammelgut entsorgt und 2005/06 das Dach, 420 qm, neu mit Lärchenschindeln eingedeckt.

Die erforderlichen Mittel von rd. 30.000 EUR werden durch Spenden und Zuwendungen aufgebracht (Propter Homines 15.000, Land / Kulturgut der Heimat 16.000 EUR). Rd. 700 Std. Arbeit leisteten Unkener Ruheständler, je zur Hälfte als Freischicht und mit 5.- EUR / Std. als Entgelt.

Zur Vorbereitung der Sonderausstellung finden sich vier Frauen und fünf Herren ein: Greti Dankl, Evi Hopfgartner, Marianne Haider, Viktoria Günther, Kurt Sturm, Fritz Sturm, Sigi Kamml, Adi Dankl, Hans Hohenwarter und Hartl Faistauer.

Zwei Räume im Obergeschoss, die bisher zur Lagerung gebraucht wurden, werden geräumt und ausgeweißt.
Vom Dachboden bis zum Keller einschließlich der Scheune wird das Haus einer Generalreinigung unterzogen. Unsere tüchtigen Frauen Evi und Greti schrubben nicht nur die Böden, die Schränke werden gesäubert und neu eingeräumt. Die Tücher werden gewaschen und gebügelt, das Glas der Fenster und Schränke spiegelt nach tagelanger Arbeit.

Auch die Scheune ist wieder Ausstellungsraum. Ein Teil der Geräte ist beschriftet. Die elektrischen Anlagen werden z. T. erneuert und erweitert. In den Ausstellungsräumen werden neue Strahler angebracht. In den zwei Kammern im Obergeschoss wird die Sonderausstellung „Almen in Unken 1830 – 2005“ eingerichtet.
Kurt, Fritz und Sigi unterstützen tatkräftig den Kustos. Zwei Tage vor der Eröffnung wird das Haus ausgeräuchert und in Anwesenheit der Perchtleute und Mitgliedern des Vorstandes vom Herrn Pfarrer eingeweiht.

Am Freitag den 29 Juni 2007 um 18:00 Uhr eröffnet
Landtagsabgeordneter Matthias Scheibl die Sonderausstellung.



Kalchofengut Unken Hofbeschreibung

Das Kalchofengut, ein tirolisch salzburgischer Einhof, (das Wohngebäude und das Wirtschaftsgebäude befinden sich unter einem Dach) wurde mit heutigem Baugefüge im 17.Jhd. errichtet.
Der Hauseingang liegt  stirnseitig, die Hocheinfahrt zur Scheune rückseitig und die Eingänge zu den zwei Ställen liegen traufseitig.
Das Erdgeschoss beider Teile ist mit Bach- und Bruchsteinen gemauert, das Obergeschoss und die Scheune sind  getrennte  Blockbaubauten, beim Obergeschoss   mit sorgfältig behauenen eng aneinander gefügten Stämmen, bei der  Scheune mit getrennten unbehauenen  Stämmen.



Das  Haustor mit einem Gangfenster weist gleich wie die zehn Fenster im Erdgeschoss Steinlaibungen auf (heimischer Konglomerat vom Fellnerbruch und Marmor vom Perchtbruch im Heutal). Die Fenster mit starken Eisengittern können durch einflügelige Balken geschlossen werden.
An der Vorderfront befinden sich  im Ober- und Dachgeschoss Balkone, seitlich dienen durchgehende „Ostl“ (Träger) zur Lagerung von Bauholz, Hiefln, Schindeln u.a. Zu beiden Seiten des Haustors mit Rundbogen und bemaltem dreiteiligen Türblatt dienen lange Hausbänke und ein Klapptischchen der Lagerung und dem „Ruhebedürfnis“.
Das fünfpfettige Dach lädt giebelseitig 2 Meter, traufseitig 1 ½ Meter aus und schützt die Balkone, die Hausbänke und die seitlichen Ostl. Das flache Dach mit 17 Grad Neigung wurde vor zwei Jahren neu eingedeckt. Ein Bauernhaus mit 420 qm Lärchenlegschindldach ist im Unteren Saalachtal kein zweites Mal anzutreffen.



Im Wohngebäude liegen im Erdgeschoss zu beiden Seiten des Ganges je zwei Räume, links vorne die Stube, hinten die Rauchküche und rechts zwei Kammern. Eine gewundene Steinstiege führt zu einem kleinen Keller und  zum Obergeschoss die alte Holzstiege. Im Obergeschoss befinden sich beidseitig vom „Söller“ je zwei Kammern. Das Dachgeschoss, das zur Lagerung von Getreide genutzt wurde, ist gleichfalls über eine schmale Holzstiege erreichbar.

Im Erdgeschoss führt die Tür hinten zu den Ställen, im Obergeschoss zur Scheune. Von dort bildet ein verschließbares  Wurfloch eine Verbindung zum Dachboden.
Die zwei Ställe dienten zum Einstellen der Pferde, der Rinder, der Ziegen, der Schafe und der Schweine. Das Geflügel hatte seine Steige in der Küche unter der Waschbank.
Die Scheune, unterteilt in Kare, diente zur Lagerung von Heu und Streu. In der vorne quer gelegenen Tenne,  erfolgte  der Drusch. Nordseitig führt ein Türl zum seitlichen Häusl (Abort).

Das Haus besitzt keinen Wasseranschluss Das Wasser muss vom Nachbarn zugetragen werden.
Nebengebäude wie eine Brechelstube sind nicht vorhanden. Die ehemals dazugehörigen Äcker und Wiesen liegen in unmittelbarer Nachbarschaft.
Das Kalchofengut hat Kaser- und Weiderecht auf der Hochalm. 

In den letzten fünfzig Jahren wurden nahezu alle Bauernhöfe umgebaut  Nur mehr wenige haben die alte Bauform bewahrt. Letztlich ist in Unken das Kalchofengut das einzige Bauernhaus, das seit dem I. Weltkrieg  unverändert geblieben ist. Die Unterschutzstellung wird angestrebt.

Heute ist das ganze Haus Museum. Wegen dieser Funktion sind bestimmte Baumaßnahmen erforderlich. Es fehlen ein Wasser- und ein Kanalanschluss, ebenso fehlen Toiletteanlagen. Die Scheune könnte zum Teil für Veranstaltungen genutzt werden, vorausgesetzt der Boden wir erneuert.


Räume, Wohn- und Wirtschaftgebäude

Die Stube ist weitgehend gleich eingerichtet wie vor dem I. Weltkrieg. In der linken Ecke befindet sich ein großer Tisch, dahinter eine  drei Seiten umfassende Wandbank und zwei freie Bänken davor. Zwischen den Fenstern der neu gestaltete Herrgottswinkl mit dem Kreuz, zwei Bilder und eine Stellage für Blumenschmuck. Schräg gegenüber befindet sich der Kachelofen. Die Ofenbank und eine Liege im Eck gehörten immer zur Stube.
Das Gestänge beim Ofen und  Stangen hoch am Rande des  Raumes dienten  zum Trocknen nicht nur feuchter Kleidung, sondern auch nasser Pferdedecken.
Drei Wandkastl ermöglichten die Lagerung von Strickzeug, Spielkarten, Tabak und anderem. Im hohen Wandkastl neben der Stubentür dürfte der Ort für die Uhr gewesen sein. Zwischen Tür und Kastl fügt sich der Halter für das „rupferne“ Handtuch (aus Leinen) ein. Am Türpfosten hängt ein kleiner Weihwasserkessel. Eine Nähmaschine aus den 20er Jahren,  ein Spinnrad, ein Garnhaspel und ein alter Puppenwagen s tehen an der rechten Seite. Von großem Wert ist die schwarze Dielen- bzw. Tramdecke. Die elektrische Beleuchtung gab es schon vor dem I. Weltkrieg; zusätzlich dienen neuen Strahler der Museumsfunktion.

Die Küche, mit Holzboden, hat nur ein Fenster.  Die offene Feuerstelle hat H. Adler wieder errichtet. Auf der Feuerplatte stehen gusseiserne Töpfe. Über dem Herd hängt am „Galgen“ ein kleiner Kupferkessel. Beim gemauerten offenen Rauchabzug ermöglichte eine Stange das Aufhängen von Räucherspeck. An den seitlichen Wänden stehen in Nischen, anstatt von Wandschränke, irdene Töpfe und weitere einfache Behälter. Unter der Waschbank findet die ehemalige Hühnersteige ihren Platz (s. o,). An der Außenwand ermöglicht eine Öffnung die Entsorgung des Abwassers, das außen in einen Trog fließen konnte. Der Stubenofen wurde von der Küche aus geheizt. Ein kleines „Gebkastl“, eine durch einen Schuber verschließbare Durchreiche, verbindet die Küche mit der Stube.

Die Kammer gegenüber der Stube hat zwei Fenster an der Vorder- und ein Fenster an der Seitenwand. Das für eine Kammer nicht übliche Gewölbe lässt vermuten, dass dieser Raum vor Jahrhunderten als Rauchstube diente (s. u.).  Der Kachelofen wurde von H. Adler gesetzt. Zwei  schöne alte Kästen, zwei gleichwertige Truhen, ein Tisch in der Mitte mit vier Stühlen bilden das Museumsinventar. In einer Truhe, abgedeckt mit einer Glasplatte, liegt alter und  heute verwendeter Hochzeitsschmuck, zum Teil von der Großmutter des Verfassers angefertigt. Gleich wie in der Stube ist  auch da ein Wandkastl eingefügt.

Die ehemalige Milchkammer, gleichfalls ein gestalteter Museumsraum,  wird auch für die Sonderausstellung genutzt. In den vom Boden bis zur Decke reichenden seitlichen Vitrinen bilden gestickte Tücher,  verschiedentlich genutzt, den   wertvollen Bestand.
Drei großflächige Luftbilder  und mehrere Baupläne von Almhütten sind Teil der Sonderausstellung.

Im vormaligen Rossstall finden sich Geräte für Haus und Hof. Ein benutzbarer Webstuhl, die Ausstattung der Brechelstube und das Inventar einer Almhütte bilden mit einer Sammlung von Modln den Hauptbestand. Kostbar ist das  gotische Steingebilde aus der alten Pfarrkirche, ein Geschenk von Christine Becker. Ob der Stein als Taufbecken oder als Gerät zum Mahlen von Getreide diente, das die Bauern dem Pfarrer liefern mussten, ist zu klären.


Rossstall linker und rechter  Teil

Die Verwendung des kleinen  Kellers, einst von H. Adler für seine urgeschichtlichen Artefakte genutzt, ist noch nicht festgelegt.

Im Flur steht zwischen der Stuben- und der Küchentür eine stattliche Truhe. Darüber hängen in einem Träger mehrere Pfannen, wie noch vor dem II. Weltkrieg bei den Bauernhöfen üblich. Die rechtsseitige Wand ist nicht verputzt, deren  Mauersteine sind geschwärzt, was auf den Brand in den 90er Jahren des 17. Jhd. hinweisen soll (s. u.). In den zwei Vitrinen liegen altes Geschirr und Sammelgut eines Tierbaders. Beide Vitrinen waren  Ablagenischen unterhalb der noch erhaltenen ganz alten Kleiderdübel.
Gleich neben dem  mit einem hölzernen Schieber verrammelbaren Haustor steht ein Pult. In den Schubladen liegen die noch immer gefragten Hefte der  „Kniepass – Schriften“. Auf dem Pult liegen das Besucherbuch und eine Vitrine mit gegenwärtigem Schrifttum.

Am ersten Deckentram ist noch ein Schwalbennest zu sehen. Die Schwalben konnten durch ein Flugloch beim Türblatt unbehindert aus und ein fliegen.

Bedeutende Änderung im 17. Jhd. lassen sich im Flur und der rechtsseitigen Kammer  erkennen. Letztere dürfte als Rauchstube  genutzt worden sein. Dessen Gewölbe und die Steinlaibung (heimischer Konglomerat) führen zu dieser Annahme. Die Mauern der Kammer sind dicker als die anderen. Im Flur zeigt die rechtsseitige unverputzte Mauer ein anderes Steingefüge als anderswo. Am rechten Rand zur Flurdecke zeigt ein  Wechsel eben dieses Gefüges eine Erhöhung des Erdgeschosses an. Vielleicht war im 16. Jhd. überhaupt nur dieser Teil des Hauses gemauert, während die anderen Teile aus Holz gezimmert waren.

Krallerhof Saalfelden Wohngebäude dürfte dem Kalchofengut 1522 entsprechen

Das Kalchofengut ist seit dem 17. Jhd. ein Zulehen zum benachbarten Perchtgut. Diese Besitzlage sicherte den Erhalt des „alten“ Baugefüges. Bei allen Höfen des Ortes wurden vorallem nach dem II. Weltkrieg bauliche Veränderungen durchgeführt. Der gegenwärtige Vorstand sieht es als seine Hauptaufgabe das kulturelle Erbe Kalchofengut zu erhalten. Der Obmann strebt die Unterschutzstellung (§2 BDGes.) durch das Bundesdenkmalamt an.
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Im Söller des Obergeschosses stehen drei Schränke und eine Truhe.


Alle vier Kammern sind seit der Eröffnung der Sonderausstellung Teile des Museums. In den beiden rechtsseitigen Kammern können die Bilder der noch 132 bestehenden Almhütten und der Luftaufnahmen von den 55 Almen eingesehen werden. Katastermappen von 1830, Eichbriefe von 1832, eine topographische Karte von 1829, die „Almenkarte“ aus dem 19. Jhd. und  Zeichnungen des Heutals und der Täler zwischen dem Achhorn und den Reiter Steinbergen aus dem 17. Jhd. bilden weitere historischen Quellen.



Linksseitig vom Gang birgt die „Sakralkammer“ die größten Schätze des Hauses. Diese Sammlung von sakralen Gegenständen ist das größte Verdienst von H. Adler. Zuerst sind die beiden Christusstatuen anzuführen: der (im Ölberg) knieende Christus aus dem 15.Jhd. und der Schmerzens-Christus (Ecce Homo) mit der Dornenkrone aus dem 18. Jhd.



Weitere Statuen zeigen den Hl. Sebastian (16.Jhd.) und der Hl. Jakobus, der Unkener Kirchenpatron (jüngste Zeit). Beide wurden zur Sicherung Unkener Bildstöcken entnommen. Der „knieende Christus“ konnte im Wildental St. Martin b. L. verschüttet geborgen werden. Der Schmerzens-Christus stammt aus der  Prechlerkapelle oberhalb der Reitherbrücke.
Zeit und Herkunft des barocke Tischaltars gilt es noch zu erkunden. (Kustos Adler konnte seinen Nachfolger nicht einführen.) Auf einer Kommode stehen drei Glasstürze  und  in einer Vitrine liegen Gegenstände der Volksfrömmigkeit.  Heimische Sterbekästchen mit Heiligenbild und Haarschmuck der Verstorbenen aus der Zeit vor dem I. Weltkrieg hängen zusammen mit Heiligenbildern an den Wänden. Ebenfalls an der Wand angebracht sind ein Reliquienschrein und ein „Staberl“ (Prozessionsstab) aus Kirchental.
Von den Wänden ist der Verputz entfernt. In den gehackten Stämme des Bundwerkes sind die Verputzstifte  wieder erkennbar. In den schmalen  Fugen findet sich noch Mörtel vom ehemaligen Verputz und Moos zum Dichten der Fugen.

In der rechten vorderen „Schönen Kammer“ steht wertvolles Mobilar: Zwei bemalte Kästen (19. Jhd.) und ein Hochzeitschrank, dessen Schranktür offen ist. Eine Glasplatte schützt die darin liegende Wäsche, die Brautmitgift. Als besonders wertvoll gelten die vier Rollen  heimischen Leinens.
In einem der zwei Glasschränke sind Bilder der Primiz von Josef Wohlschlager, der Primizbraut und die damalige Primizkrone.   (In Unken erhielten in den letzten zweihundert Jahren mehrere Herrn die Priesterweihe. Von zwei Geistlichen liegen Bilder vor.)
An der Innenwand steht ein bemaltes Bett aus dem Jahr 1862.
Der Strohsack aus rupfernem Tuch (aus Leinen), weitere selbst gewebte Tücher, das Kopfkissen und der Golter zum Zudecken sind das Bettzeug. Unter dem Bett stehen „Tampaling“ (Hausschuhe) aus geflochtenem Stroh, eine Wärmflasche aus Blech und ein leicht abgeschlagener „Kachl“ (Nachttopf).

Schräg gegenüber ein heimischer Kinderwagen aus dem Jahr 1900, eine Wiege fehlt.

Von Margot Adler erhielt das Museum ihr persönliches Sammelgut. Dieses wird in zwei  in der Mitte des Raumes stehenden Vitrinen ausgestellt. Rosenkränze, Wachsstöcke, andere Devotionalien, kleine Heiligenbilder, kostbarer Schmuck für Frauen und für Männer  erfreuen den Beschauer. Die Wände  der Kammer sind verputzt. Ihre Bemalung stammt von den letzten Bewohnern, die zu Beginn der 80er Jahr starben.
(Drei Tage nach der Kapitulation von Salzburg am 4, Mai 1945 und einen Tage vor der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht zogen am 7. Mai in Unken Soldaten der 101. Fallschirmdivision der U. S. Army ein  und nahmen in Bauernhöfen   Quartier. Die Hausleute vom Perchtbauern mussten zum Kalchofengut  übersiedeln. Diese Kammer diente sieben Frauen und Kindern zum Schlafen.
In der Kammer gegenüber nächtigten in den 20er und den 30er Jahren die St. Martiner „Läutfahrer“ der Saalforste. Im Rosstall standen ihre Pferd.)

Vom Obergeschoss gelangt der Besucher in die Scheune, deren räumliche Gliederung schon oben beschrieben ist. Der übersichtlich angeordneten Sammlung fehlen nur wenige  Geräte einer Landwirtschaft mit Ackerbau, Viehhaltung und Holzschlag. Zwei Maschinen sind keine sechzig Jahre alt, so der erste Heuwender und die erste Mähmaschine der 50er Jahre des Perchtbauern. Die sind heute schon Museumsgut. An alten Geräten dürften eine „Garn“ und ein Heuwagen mit Hörnern zum Ziehen fehlen.
Zwei Holzpflüge, ein erster Eisenpflug, eine Egge, mehrere Putzmaschinen verschiedener Größe und ein Gsottschneider stehen im linken Hauptkar; ein großer Heuwagen, ein Bergwagerl und ein Ziehwagen im linken Vorkar.

Im rechten Vorkar befinden sich drei geschnitzte und bemalte Blätter  alter Haustüren, die große Wendeltreppe vom abgetragenen Posthofstall und ein Hochzeitsschlitten. Im rechten Hauptkar stehen Schlitten und „Zugzeug“ zum Holzziehen. Ein Geschenk von Oberrain ist das Modell des alten Moarguts. Anzuführen sind auf der vorne gelegenen Tenne die große Dreschmaschine, die  Dreschflegel, die langen Getreidetruhen und die zahlreichen Bienenkörbe. An den Wänden hängen Sensen, Sicheln, Rechen verschiedener Größe, Gabeln u. a. Geräte. Drei Gedenktafeln von Unfällen sind an den vorderen Ständern angebracht. Auf Balken unter dem Dach können gelagerte  Dachschindeln, Teile von Wägen u. a.  gut gesehen werden.

Unter dem hinteren Scheunenboden liegt der ehemalige Kuhstall (s. o.). Dessen alten Barren sind noch erhalten. Bei der Einfahrt zur Scheune ist das verschlossene Wurfloch zum Stall erkennbar.
In diesem Raum, noch als Abstellraum genutzt, könnte die „Sammlung Haizmannbauer“ ausgestellt werden.

Der ungeteilte Dachboden dient als Depot. Mit großer Umsicht sind die Möbel und das Staugut untergebracht. 300 Jahre alte
Pfetten des Dachstuhls und die neuen Rafen, Latten und Lärchenschindeln bilden einen beeindruckenden Gegensatz.




Das Heimathaus Kalchofengut gliedert sich in zwei Einheiten. In die der „Sammlung – Helmut – Adler“ und in die der Sonderausstellung (en). Die von H. Adler gleichsam in letzter Minute gesammelten Möbel und Geräte (s. o.), der gute heutige Zustand des ganzen Hauses, dürfte dem  Heimathaus Kalchofengut einen guten Platz in der Reihe der Heimatmuseen des Landes Salzburg sichern.

Abschrift (zweite Hälfte des 18. Jhd.) des Verkaufsvertrages
Die Abschrift liegt im  Archiv der Pfarre Unken.  Sie wurde dem Obmann großzügig zu Verfügung gestellt. Davon die erste  Seite gescannt.



Eigentümer des Kalchofenguts
Laut erzbischöflichem Urbar, angelegt 1498, hatte Wolfganus de Kalchofen das Gut Kalchofen und die dazugehörigen Felder und die Mahd „inne“. 1522 verkauft Adam Schweinböck (Salzhändler in Reichenhall ?) seine freieigenen Güter Oberstadlergut, Kalchofengut und Kreppergut an die würdige Kirche und Gotteshaus St. Jakob des Apostels Jakob zu Unken. Damit ist das Gotteshaus St. Jakob in Unken Grundherr dieser drei Güter. Die Urkundewurde im Urbar Gotteshaus Unken hinterlegt. Original, Pergament mit Siege ist verschollen (?). 1522 ist Unken ein Vikariat von St. Zeno.  Der Pfarrhof     wird  1640 gebaut(Unken 1, Grießerhaus).Im Waldbuch von 1526/29 ist ein „Kalkofengut“ vermerkt. 1576 erwirbt Blasius Geißler das Gut.1601 kauft der „Leyrer am Rain“ (Oberrain) das Anwesen, das er 1654 an Christian Percht weitergibt. Bis heute gehört das Kalchofengut zum „Erbhof“ Perchtgut, Eigentümer sind Katharina und Walter  Haider.
Der Museumsverein strebt den Erwerb des Kalchofengutes für 2009 an. Kosten 150.000 EUR.


Die letzten Bewohner bis 1972 bzw. 1985
Matthias und Therese Windl bewohnten im Erdgeschoss  die Stube und im Obergeschoss darüber die vordere linke Kammer,
Nikolaus und Maria Leitinger  im Erdgeschoss die Küche und im Obergeschoss darüber die linke hintere Kammer,
Jakob und Katharina Stockklausner im Erdgeschoss die rechte vordere und die rechte hintere Kammer und
Andreas und Katharina Hutter im Obergeschoss die rechte vordere und die rechte hintere Kammer.

Vor dem  II Weltkrieg wurden im Rossstall Pferde der Läutfahrer aus Lofer und St. Martin eingestellt. Die Fuhrleute fanden im Obergeschoss in der rechten vorderen Kammer, war sie nicht schon anders genutzt, Quartier.

1972 wird auf Vorschlag von Herrn Dürrnberger, Frächter in Hallenstein, im Kalchofengut in drei Räumen ein Heimatmuseum eingerichtet. 1985 kann das ganze Haus für das Museum genutzt werden. Helmut Adler betreute die Sammlung bis zu einem Tod 2002.